Von Zeit und Ewigkeit
Das Programm Von Zeit und Ewigkeit – Chaconne, Follia und andere virtuose Variationssätze der Barockzeit beinhaltet barocke Ostinato-Kompositionen aus Italien, Frankreich, Spanien, England und Deutschland.
Der Titel spielt an auf das vom Kontrast Lebenslust und Jehnseitssehnsucht geprägte dualistische Weltbild des Barockzeitalters, das sich auch in der Musik widerspiegelt. Ostinato-Kompositionen basieren auf einer sich unausgesetzt wiederholenden harmonischen Keimzelle. In dieser Wiederkehr liegt eine Ahnung von Ewigkeit. In völligem Kontrast dazu stehen die Oberstimmen, deren virtuose Melodien stetigem Wandel unterliegen, und so fest im irdischen Begriff von Zeit verankert sind.
Barocke Lyrik von Paul Fleming, Angelus Silesius, Andreas Gryphius u. a., die sich thematisch mit der Vergänglichkeit der Lebenszeit auseinandersetzt, umrahmt die musikalischen Darbietungen.

Folies et galanteries
Tollkühne Raserei und höfische Manierlichkeit sind die zwei Gegenpole,
innerhalb derer sich die vorliegende Auswahl französischer Barockmusik
bewegt. Von der verspielten Eleganz der Flötenmusik eines Leclair
oder Hotteterre über Couperins augenzwinkerndes programmatisches
Werk für Cembalo bis hin zur ungestümen Leidenschaft von Marin Marais'
Follia-Variationen für Viola da Gamba bietet dieses Programm ein
breites Spektrum an Affekten dar, die in Gedichten französischer
Lyriker des 17. Jahrhunderts ihre Entsprechung finden.

Italia, ídolo mio
Kostproben aus der Blütezeit frühbarocker italienischer Musik und
ihre Nachahmung in den Ländern jenseits der Alpen stehen im Mittelpunkt
dieses Programms. Ausgehend von den Triosonaten Merulas, Frescobaldis
und Selma y Salaverdes wird ein chronologischer Bogen gespannt,
der über die italienisch beeinflusste Musik eines J. H. Schmelzer
oder Dietrich Buxtehude bis hin zur Solosonate Corellis führt.
Zeitgenössische Berichte über die Entbehrungen eines Lebens im
17. Jahrhundert runden das Bild der Epoche ab.

Invitation à Paris
Georg Philipp Telemanns Pariser Quartette, die rund um seinen Aufenthalt
in der französischen Kulturmetropole entstanden, zeichnen sich durch
die absolute Gleichwertigkeit der drei Oberstimmen, Violine, Flöte
und Viola da Gamba, aus. Elemente französischen, italienischen und
deutschen Stils verschmelzen darin zu einem Sinnbild barocker Lebensfreude.
Ergänzend zu den drei dargebotenen Quartetten stellen Auszüge aus
den Memoiren Giacomo Casanovas Sitten und Unsitten des Pariser Kulturlebens
im 18. Jahrhunderts dar.

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